An Kürzungen im Sozialbereich wird man sich zukünftig gewöhnen müssen!

Bericht aus der Jugendhilfeausschuss-Sitzung am 04.03.2025

Dietmar Schwalm DGB 3Früher hätte ich mich noch mehr über Kürzungen im Sozialbereich aufgeregt, aber man gewöhnt sich an alles.

Die gleichen Politiker, die aktuell sagen, dass wir das mit der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund schon schaffen werden, streichen aktuell auf Landesebene die Zuschüsse für die Beratung von Familien mit Fluchterfahrung.

Der Vortrag der beiden Caritas-Erziehungsberatungsstellen im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes brachte dieses „ans Tageslicht“.

Und die Politiker der Parteien im Jugendhilfeausschuss, die auf Landesebene für die Kürzung verantwortlich sind, waren am meisten entsetzt. Deswegen habe ich, um diese „heuchlerische“ Situation deutlich zu machen, am Ende des Vortrags noch einmal nach den Verantwortlichen für die Kürzung gefragt.

Und das war nicht die einzige finanzielle Kürzung. Auch die zeit- und ortsnahe Beratungstätigkeit in den Kita-Familienzentren durch die Caritas kann nicht mehr so häufig durchgeführt werden. Dann werden also Kinder erst „wieder in den Brunnen gefallen sein müssen“, bis ihnen durch die Kinder- und Jugendhilfe geholfen werden kann.

Als Jugendhilfeausschussmitglied sollte jedem eigentlich klar sein, dass man nur mit frühzeitiger Prävention später teure stationäre Jugendhilfemaßnahmen vermeiden kann.

Und dann konnte ich auch noch einen Vorschlag zum Bürokratieabbau machen, der von den beiden Vortragenden der Caritas auf positive Resonanz stieß.

Es wurde aufgezählt, aus wie vielen Fördertöpfen die Erziehungsberatungsstelle Geld bekommt, das jeweils mit Begründungen beantragt und deren Ausgabe am Ende mit Auswertungsberichten abgerechnet werden muss. Es könnte viel Zeit für bürokratische Tätigkeiten eingespart werden, wenn die Beratungsstellen wieder mehr Geld pauschal für ihre generelle Arbeit bekämen.

Komisch, ich bekam leider von der FDP-Vertreterin für meinen Vorschlag zum Bürokratieabbau keinen Beifall.

Bezüglich der Problemstellungen und Erfordernissen hinsichtlich der KiBiz-Reform hat es auf Wunsch des Jugendhilfeausschusses einen Austausch mit den freien Trägern gegeben. Ich hatte es damals eigentlich so verstanden, dass dieser Austausch im Beisein des Fachausschusses stattfinden sollte.

Aber man kann sich auch einmal vertun. Aber dass der aus diesem Austausch entstandene Brief an das NRW-Familienministerium nicht vor der Sitzung den Jugendhilfeausschussmitgliedern zur Information und Diskussion zur Verfügung gestellt wurde, hat mich etwas verärgert. Man will ihn uns aber jetzt zeitnah nachreichen.

„Schaun wa ma“, wie lange das jetzt dauert.

Dass mittlerweile trotz des Fachkräftemangel alle hauptamtlichen Stellen in der offenen Jugendarbeit besetzt sind, hat sich beim nächsten Tagesordnungspunkt erst einmal sehr positiv angehört.

Was aber diese sozialpädagogischen Fachkräfte neben dem „Offenhalten“ der Einrichtung zu leisten haben, kann aus meiner Sicht mit dem vorhandenen Personal nicht gewährleistet werden.

Man ist aufgefordert, auch den Job von Streetworkern zu übernehmen, um nebenbei auch noch aufsuchende Arbeit im Sozialraum zu machen, und dann auch noch regelmäßig in die Schulen zu gehen, um dort die Schulsozialarbeit zu unterstützen.

Aber auch hier habe ich aufgrund des aktuellen „Kriegstüchtigkeitswahnsinns“ keine Hoffnung, dass zukünftig mehr Geld für die offene Jugendarbeit zur Verfügung gestellt wird.

Die weiteren konkreten Inhalte der Sitzung können wie immer der Niederschrift (https://hochsauerlandkreis.ratsinfomanagement.net/tops/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZTHEAGpo7SaIlYtJ6qAmMzc) entnommen werden.

Für Ideen und Kritik kann am sich gerne über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. an mich wenden.

Dietmar Schwalm, Kreistags- und JHA-Mitglied